Montag, 18. November 2013

Speisekarte der Titanic war gestern, ich zeig' Euch wie man auf der Arche Noah speißte :)

Nämlich die äußerst schmackhafte Süßspeiße: Aşure (ausgesprochen Aschure)



Zumindest behauptet das die türkische Küche und hat es sich zur Tradition* gemacht im November Aşure zu kochen und diese an Verwandte, Bekannte und Nachbarn zu verteilen.

Es wird behauptet, daß nach der großen Sintflut dies die erste Speiße gewesen wäre, die Noah zubereitet hätte auf seiner Arche. Ein Blick auf die Zutatenliste lässt erahnen, daß aus der Not heraus, alles in einen Topf kam, was noch von den Vorräten übrig war.


Es ist ein sehr aufwändiges Unterfangen, wenn man aber wirklich den Nerv hat, dann ist es auch eine Gaumenfreude ohnegleichen.

*Ich habe nachgelesen, daß diese Tradition auch in anderen orientalischen Ländern praktiziert wird und auch im christlich-orthodoxen Armenien kennt man es. 

Und das ist die Zutatenliste:

Normalerweise macht man dies in Unmengen, weil es wie erwähnt Usus ist es an Freunde und Nachbarn zu verteilen, aber ich habe die Mengen jetzt mal auf vernünftigere Mengen abgeändert. Meine Mutter hantiert eher mit Kiloangaben *lol*

500gr Weizen (24 Std. in Wasser aufgeweicht)
250gr Kichererbsen (über Nacht in Wasser aufgeweicht)
250gr weiße Bohnen (über Nacht in Wasser aufgeweicht)
150gr Sultaninen
150gr getrocknete Feigen
150gr getrocknete Aprikosen
100gr Reis
500ml Milch
2EL Mehl
2EL Rosenwasser
250gr Zucker
150gr Haselnüsse (enthäutet)
150gr. Mandeln (enthäutet)
1Prise Salz


Für die Deko:
Granatapfel-Kerne n.B.
Walnüsse n.B.
Zimt

Und so geht die Zubereitung:

Der Weizen, die Kichererbsen und die weißen Bohnen werden erst mal gar gekocht. Wichtig: Bitte die Einweichzeiten beachten vor dem gar kochen!
Bitte alle Zutaten in separaten Gefäßen kochen und insbesondere darauf achten, daß nach dem ersten aufkochen das Wasser gewechselt wird. Ja, es ist aufwendig, aber ansonsten wird später Eure Aşure sehr dunkel und unappetitlich.
Ebenso müssen die getrockneten Feigen, die Sultaninen und die getrockneten Aprikosen weich gekocht werden. Das Wechseln des Kochwassers gilt auch für die Feigen insbesondere. Bei den Feigen auch darauf achten, daß sie nicht überkocht werden. 

Wenn der Weizen gar ist kommt der Reis, die Kichererbsen sowie die weißen Bohnen hinzu und das ganze wird nun in einem Kochtopf weitergekocht. In einem größeren Glas wird nun ein Glas Milch mit 2EL Mehl vermischt und durchgesiebt, um Klümpchen zu verhindern. Das Klümpchenfreie Mehl-Milchgemischt wird in den kochenden Topf gegeben und weitergerührt. Wenn das ganze wieder aufgekocht ist wird die restliche Milch und der Zucker hinzugefügt. Beim Zucker könnt Ihr Eure für Euch passende Menge hinzugeben. Meine Landsleute lieben es nunmal pappsüß - was mittlerweile keinem, der die Türkei bereits mal besucht hat, entgangen sein dürfte :)
Nachdem das ganze erneut aufgekocht wurde kommen nun die Sultaninen, die Aprikosen, die Feigen, die Haselnüsse und die Mandeln hinzu - letzte Runde rühren (Sport könnt Ihr an dem Tag getrotst vergessen). Als letztes kommt das Rosenwasser hinzu, danach nicht mehr köcheln, weil sonst die Essenz der Rosen verfliegt und man sich das ganze auch sparen hätte können :)


Nun wird die Aşure in Dessert-Gläser oder Cups gefüllt und zum Abkühlen weggestellt. Das ganze kann nun individuell dekoriert werden. Traditonell nimmt man Granatäpfel-Kerne, Walnüsse und Zimt.

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1 Kommentar :

  1. Aufwändig, aber sehr interessant. Ich reduziere den Zucker auch in den meisten Rezepten - nicht nur die Türken mögen es sehr süss, was jeder bestätigen kann, der mal einen amerikanischen Wedding Cake gegessen hat :)

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