Mittwoch, 4. Juni 2014

Gute-Laune-Suppen: Hausgemachte Tarhana mit Knusper-Pastirma und Paprikaschaum


Meine Lieben, seid Ihr auch Suppen-Suchtis wie ich? Dann ist dieses Posting genau das richtige für Euch! Ich mache bei dem Blogevent Gute-Laune-Suppen von Mel aka Gourmet Guerilla mit, die eigens für diese Aktion eine Pinterest-Wand eingerichtet hat auf der Ihr bereits eine wunderschöne und leckere Sammlung von vielen verschiedenen Seelenwärmern finden könnt.




Mein persönlicher Beitrag zu dieser schönen Aktion ist eine traditionell türkische Suppe, dessen Herstellung etwas aufwendig aber dafür das Ergebnis sehr ergiebig ist, denn man kann sie in Pulverform bevorraten und wenn man einmal sich die Arbeit und Mühe gemacht hat, hat man für den Rest des Jahres nur noch den Aufwand, die vergleichbar mit dem einer Tütensuppe ist - nämlich: Null!!^^


Diese leckere Suppe heißt Tarhana und ich habe sie mit Paprikaschaum und Knusper-Pastirma angerichtet. Das rundet den Geschmack perfekt ab, wie ich finde.

Die Herstellung des Tarhana-Pulvers ist wie erwähnt sehr aufwendig, daher lohnt es sich nicht wirklich für eine Portion zu kochen - es macht tatsächlich Sinn sich einen Jahresvorrat herzustellen. 

Ihr braucht folgende Zutaten:

1kg Zwiebeln
500gr rote Spitzpaprika, fleischig
500gr rote Chilischoten, getrocknet*
1 Bund frischen Dill
1 Bund frische Minze
1 Bund frische Petersilie
4 Zehen Knoblauch
1kg Tomaten
1kg Naturjoghurt 
8kg Mehl

*wer keine Schärfe in der Suppe mag, der kann die Menge roter Chilischoten durch rote Spitzpaprika ersetzen, so daß 1kg Spitzpaprika insgesamt verwendet wird.



 Und so geht's:

Die scharfen Chilischoten in etwas Wasser aufkochen. In der Zwischenzeit Tomaten häuten und entkernen. Zwiebeln fein hacken und in etwas Butter oder Öl andünsten, Knoblauchzehen pressen und hinzufügen. Chilischoten abtropfen und fein hacken. Achtung, dabei sich nicht versehentlich ins Auge fassen, das könnte zu einer unfreiwilligen Pause führen :D
Spitzpaprika, Tomaten und die frischen Kräuter ebenfalls fein hacken. Am einfachten geht es wenn Ihr einen Multi-Zerkleinerer benützt. Alles zu den Zwiebeln hinzufügen und mitdünsten. Wenn das Gemüse auch gar ist, nehmt Ihr den Topf vom Herd und rührt den Joghurt ein. Sobald die Masse soweit abgekühlt ist, dass Ihr auch mit der Hand hineinlangen könnt fängt Ihr damit an das Mehl unterzurühren. Zunächst mit einem Löffel und je dickflüssiger es wird dann mit den Händen unterkneten. Die 8kg sind nur eine Hausnummer. Der Teig, der entsteht sollte weich sein, so daß man daraus kleine Fladen formen kann, denn genau das wird im Anschluss gemacht. ^^


Sobald der Teig die gewünschte Konsistenz erreicht hat, deckt Ihr ihn mit einem sauberen Tuch ab und lässt ihn ganze 2 Tage gehen. Während dieser Zeit solltet Ihr den Teig ab und an kneten und wieder ruhen lassen.

Nach der Wartezeit nehmt Ihr am Besten ein sauberes Spanntuch, welches Ihr nicht mehr braucht. So macht man das zumindest im Original in der Türkei und legt ihn auf Euren Balkon. Ihr könnt es natürlich auch Innen machen, wenn Ihr genügend Platz habt :) Ihr seht schon, dass ist wirklich noch ein Old-School Rezept so wie es Ur-Ur-Urgroßmütter in den schönen Ecken Anatoliens gemacht haben.^^

Nun formt Ihr etwa Handgroße Fladen aus dem Teig, die ca. 0,5mm dick sind und legt sie zum Trocknen auf das saubere Tuch. Jetzt ist erst mal Geduld angesagt. Sobald die Fladen anfangen zu trocknen, wendet sie und bricht sie in kleinere Teile. Ein Ort wo die Sonne hinkommt ist natürlich optimal aber kein Muss. Es würde lediglich den Prozess beschleunigen. Das ganze kann bis zu 3 Tage dauern. 


Wenn sie endlich trocken sind, bricht sie in kleine Stücke und pulverisiert es in Eurem Multi-Zerkleinerer. Früher haben die Frauen sie in mühsamer Arbeit mit dem Handballen durch ein Sieb zerkleinert. Das Endergebnis sollte wie folgt aussehen.


Nun könnt Ihr das Pulver in saubere Schraubgläser abfüllen. 

Hat man erstmal das Pulver hergestellt geht die Suppe selbst ganz fix. Dazu nehmt Ihr 1 EL Butter und erhitzt sie in einem Topf. Dann fügt Ihr 2 EL von dem Tarhana Pulver dazu und lässt es unter ständigem Rühren etwas anbräunen. Dann fügt Ihr 500ml Wasser hinzu und rührt mit einem Schneebesen solange bis die Klümpchen sich auflösen und die Suppe aufkocht. Dann dreht Ihr die Hitze auf kleinste Flamme runter und lässt die Suppe noch unter gelegentlichem Rühren etwas köcheln. 
Währenddessen könnt Ihr optional - so wie ich es gemacht habe - Pastirma kleinschneiden und in einer kleinen Pfanne kross braten. Sobald die Pastirma knusprig genug ist, nehmt sie aus der Pfanne und stellt sie beiseite. Dann fügt Ihr in die Pfanne ein Löffel Butter hinzu und lasst sie schmelzen. Sobald sie feine Blasen wirft streut Ihr 2TL Paprikapulver ein und schwenkt die Pfanne ein Paar mal bis sie schäumt .
Die Suppe mit Knusper-Pastirma anrichten und mit Paprikaschaum beträufeln.


Das klingt alles wahnsinnig aufwendig, okay ist es ja auch..aber beim zweiten Teller müsst Ihr tatsächlich nur noch mit dem Tarhana-Pulver in Butter anschwitzen anfangen :) - und Ihr habt in Handumdrehen eine leckere, gesunde Suppe auf dem Tisch, die Euer Herz erwärmen wird. Versprochen! ^^

Sooo, was bleibt zu sagen? Eigentlich nur noch, daß wenn Euch mein Beitrag gefallen hat, Ihr gerne Euer Like auf der Pinterest-Wand für mich hinterlassen könnt. Oder, falls Ihr Euch sagt "Hey, ich wüßte da auch ein leckeres gute-Laune-Suppen-Rezept!" dann einfach selber mitmachen, denn dazu braucht es keinen Blog, die Teilnahme geht mit einem einfachen Foto. Und das Beste daran ist, es gibt gleich zwei Vitamix zu gewinnen. Einfach bei Mel aka Gourmet Guerilla nachlesen. Also ran an die Kochlöffel und los! Der Countdown läuft!

Guten Hunger wünscht Euch
Eure Sibel <3

Kommentare :

  1. Wow, dass das so viel Arbeit ist, war mir gar nicht bewusst. Tarhana habe ich bisher immer nur (sehr gerne) gegessen, mir aber nie ernsthaft Gedanken gemacht, wie das Pulver hergestellt wird.. Ellerine saglik!

    Liebe Grüße
    Armagan

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    1. Danke für Dein lieben Kommentar Armagan :)
      Ich kenne das auch nur deshalb so gut, weil meine Mama schon in meiner Kindheit Tarhana selbst hergestellt hat. Ich durfte auch mit machen und fand das sehr spannend.
      Afiyet olsun! :)

      Liebe Grüße zurück!
      Sibel

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  2. Liebe Sibel,

    danke fürs Rezept.Noch heute fahre ich zum Markt in Turgutreis und besorge mir die Zutaten für die scharfe Variante. Ich liebeTarhana Suppen.
    Beste Grüße
    Henner Michels

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