Montag, 23. März 2015

Labskaus ~ norddeutsches Soulfood




Ihr wisst wie sehr ich lokale Gerichte liebe, aber auch außerhalb Frankens gibt es richtig gutes Essen. Ich hatte noch nie in meinem Leben Labskaus gegessen. Ist ja auch hierzulande im Süden nicht so verbreitet. Mein Mann hatte sich das schon lange mal von mir gewünscht, da er ein halber Hamburger ist und ihm das hier total fehlt. Umso mehr hatte ich mich gefreut, dass ich zum Foodbloggertreffen nach Hamburg fahren werde und da hatte die liebe Steph vom Kleinen Kuriositätenladen bereits angekündigt, dass es Labskaus geben wird. Leider musste ich das Treffen sehr kurzfristig absagen und war zu Tode betrübt, aber wenn ich schon nicht nach Hamburg kommen konnte, dann kam eben Hamburg zu mir. Ich erhielt ein wunderschönes Überraschungspaket von meinen Mädels in dem alle Zutaten für einen richtig guten Labskaus vorhanden waren und noch viel mehr an kulinarischen Köstlichkeiten. Es hieß, dass dann eben synchron gekocht wird. Hach, ich war wirklich zu Tränen gerührt. An dieser Stelle möchte ich nochmal ganz herzlich Danke für die grandiose Idee an Steph sagen und auch an die Mädels, die sich dann dran beteiligt haben. MelanieBellaMaja und Mone - Ihr seid alle großartig, ich wusste nicht beim Öffnen des Pakets, ob ich kreischen oder heulen sollte. 


Nun das war die Geschichte dazu und gestern war es dann soweit. Wir haben synchron Labskaus gekocht und das ganze auf Instagram unter dem hashtag #labskausohnegrenzen verewigt. Da findet Ihr die making of Fotos von allen Beteiligten. Maja und Bella waren leider verhindert, aber sie werden es dann im Doppel nachkochen :)

Ich liebe ja Gerichte mit einer Geschichte dahinter. Und so hat Labskaus auch eine. Zugegeben, dass Aussehen von Labskaus ist nicht unbedingt appetitanregend und die Zutaten gehen auch nicht unbedingt im Kopf zusammen, aber all das hat ja auch einen Grund. Labskaus war nämlich ein Gericht für Seefahrer. Gepökeltes Fleisch war lange haltbar und die pürierte Form sorgte dafür, dass die Skorbut geplagten Männer mit ihren schlechten Zähnen nicht erst lange kauen mussten. Interessant, nicht wahr?

Es gibt viele Variationen von Labskaus. Heute stelle ich Euch die vor, die ich gestern probiert habe. Der Bratfisch, der auch gern dazu gegessen wird,  muss bei mir leider wegbleiben, da ich keinen esse, aber das könnt Ihr ja so halten, wie Ihr es selbst gerne mögt. Hier die Zutaten für 2 Personen. 

250gr. Kartoffeln
1 kleine Dose (ca. 180gr) corned Beef
1 Zwiebel
1 kleines Glas eingelegte rote Beete
2 EL Saft der roten Beete
Gewürzgurken nach Bedarf
2 EL Gewürzgurken-Sud
Salz & Pfeffer
neutrales Öl
2 Eier



Die Zubereitung ist sowas von einfach, dass man das wirklich ohne große Vorbereitung ruck zuck bewerkstelligen kann. 

1. Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden (so werden sie schneller fertig) und in Salzwasser gar kochen.

2. In der Zwischenzeit Zwiebel schälen und fein schneiden. 2-3 Scheiben eingelegter Beete klein würfeln.

3. 1-2 EL neutrales Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel darin andünsten. Corned Beef hinzufügen und etwas mit dem Löffel zerdrücken. 

4. Kartoffeln abgießen und stampfen. Ich mag sie etwas stückig. 

5. Klein geschnittene rote Beete, rote Beete Saft sowie den Gurkensud hinzufügen und umrühren.

6. Kartoffeln unterheben und das Ganze vermengen.

7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

8. Eier in einer separaten Pfanne zu Spiegeleiern braten. 

9. Labskaus auf einen Teller geben. Spiegelei drüber geben, nochmal mit Pfeffer würzen. Dazu übrige rote Beete und Gewürzgurken nach Bedarf und Geschmack auf den Tellern anrichten.


Man kann auch zusätzlich mit Senf abschmecken, ich habe das weggelassen, weil ich das so schon geschmacklich sehr lecker fand. Andere Versionen verzichten auf die rote Beete im Labskaus und nehmen diese lediglich als Beilage. Schaut Euch unbedingt noch die Kreationen von den übrigen Mädels an. Da gibt es auch Brathering dazu, oder statt eingelegter Beete im Ofen geröstete Beete, selbst Fusionen mit der bayrischen Küche wurden versucht. Lasst Euch überraschen. Hier geht es zu den jeweilgen Blogs: 

Kleiner Kuriositätenladen
Kleine Chaosküche
S-Küche 



Egal welche Version Euch mehr zusagt, Ihr solltet unbedingt eins probieren. Es war wie erwähnt mein erstes Mal, aber wird garantiert nicht mein letztes Mal sein. Uns hat das Synchron-Kochen soviel Spaß bereitet, dass wir das Ganze auf jeden Fall wiederholen werden. Alle Gerichte werden dann unter dem hashtag #kochenohnegrenzen auf Instagram gesammelt. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal. 

In diesem Sinne..


Bleibt mir hungrig!
Eure Sibel

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