Mittwoch, 17. August 2016

{ Vom Grill } Quark-Frikadellen mit Gurken-Melonen-Salat

*enthält Werbung für Gervais


Meine Sommerpause auf Insane in the Kitchen ist vorbei und ich freue mich gleich mit einem köstlichen Rezept starten zu können, welches wir im Hause Insane in letzter Zeit öfter gemacht haben. Die Sonne war zwar wie ein trotziges Kind, die nur nach Lust und Laune hinter den Wolken hervorguckte, aber das hat uns vom reichlichen Grillen nicht abgehalten. 




Als Gervais* mich fragte, ob ich Lust auf eine Kooperation zum Thema Grillen hätte, war das also genau mein Ding. Bekommen habe ich ein Paket mit Kräuterquark und gebe zu, dass ich lange überlegt habe, wie ich den passend zum Motto im Rezept verwenden könnte. Natürlich fallen einem auf Anhieb die obligatorischen Dips und Dressings ein, dazu passt der Kräuterquark von Gervais als Basis auch wunderbar, aber ich wollte mal was anderes probieren. 

Also habe ich mich entschieden zu experimentieren und habe sie kurzerhand in die Hackfleischmasse der Frikadellen gegeben, als wir wiedermal einen Grillabend vorbereiteten. Köfte, so heißen die Frikadellen ja auf türkisch, gehören zu meinen Lieblingsgerichten, insbesondere wenn sie gegrillt werden. Da aber Quark in der türkischen Küche gänzlich unbekannt ist, hatte ich das auch so noch nie probiert und war unglaublich gespannt, wie sie schmecken werden. 

Und was soll ich sagen, sie sind unglaublich saftig und aromatisch geworden. Mr. Insane war so begeistert, dass er seine Köfte nur noch so zubereitet haben möchte. Ich kann sie wirklich wärmstens empfehlen, also nichts wie ran an das Rezept, bevor der Sommer um ist :)





Die Zutaten

250gr. Rinderhack
1 kleine Zwiebel
1 Ei (Klasse M)
2 EL Kräuterquark (z.B. von Gervais*)
1 EL gehackte Petersilie
1 TL Paprikapulver
1 TL Knoblauchpulver
Salz & Pfeffer

Die Zubereitung

Die Zwiebel sehr fein hacken und in eine Schüssel geben. Alle übrigen Zutaten ebenfalls in die Schüssel geben und gut mit den Händen vermengen. Hackfleischmasse abgedeckt im Kühlschrank eine halbe Stunden ruhen lassen. Anschließend Frikadellen daraus formen. Wem die Masse zu locker ist, kann noch Paniermehl hinzufügen. Ich mach das nicht und bin lieber etwas vorsichtiger beim Wenden des Grillguts. Kurz bevor ich sie auf den Grill gebe, bestreiche ich sie noch mit etwas Öl ganz leicht. Wer allerdings keinen Grill hat oder die Frikadellen auch bei schlechtem Wetter im Alltag genießen will, kann sie auch in einer gefetteten Grillpfanne zubereiten. Schmeckt genauso gut. 




Tipp

Als Beilage habe ich eine viertel Wassermelone und eine halbe Gurke in Würfel geschnitten. Da für die Frikadellen nur 2 EL vom Kräuterquark benötigt wurden, aber die Packung 150gr. enthält, habe ich daraus noch ein Dressing angerührt in dem ich etwas Zitronensaft, fein gehackte Zwiebeln und 2-3 EL milden Joghurt untergerührt habe. Kann man wunderbar über den Salat geben. Man kann den Rest aber natürlich auch so als Dip verwenden. 


Ich hoffe Euch hat das Rezept gefallen und freue mich über ein Feedback, wenn Ihr es ausprobiert habt. Noch mehr leckere Rezepte mit Gervais Produkten findet Ihr auf ihrer Seite in der Rubrik "Unsere Rezepte". Lieben Dank auch an dieser Stelle an Gervais für die freundliche und angenehme Kooperation. 


Bleibt mir hungrig!

Eure Sibel


Donnerstag, 7. Juli 2016

{ Mezze } Kabak salatası ~ Zucchini Salat mit Walnüssen in Joghurt-Knoblauchsauce

Also wenn wir mal kein Gebäck in Zuckersirup ertränken, dann ertränken wir eben allerlei Gemüse in Joghurt-Knoblauchsauce.^^

Wird das langweilig? Nie im Leben! Es schmeckt trotzdem jedesmal anders und ist alles andere als einseitig. Heute gesellen sich Zucchini und klein gehackte Walnüsse dazu. Dieses Duo ist nicht nur lecker sondern obendrein gesund und die dazu gehörige Knoblauch-Joghurtsauce hält nicht nur Vampire fern :)
Ich könnte mich jedesmal reinlegen, so köstlich ist das. 



Die Zucchini ist aus Mamas Garten frisch geerntet und ich konnte es nicht abwarten und musste sie sofort verarbeiten. Ich lieeeebe Sommergemüse. Zuerst wollte ich gefüllte Zucchini machen, aber dann war mir doch nach etwas Leichterem und so gibt es die gefüllten Zucchini einen anderen Mal. Und da heute Abend auch das Deutschland Spiel ist, passt es auch super als Dip zu getoastetem Brot oder Fladenbrot. Kabak salatası ist aber nicht nur als Dip lecker sondern macht sich auch als Mezze und Beilage zum Gegrilltem sehr schön. Die Walnüsse darin geben dem Ganzen noch eine schöne Textur. Ich könnte ihn ja auch nur pur löffeln. ^^

Zutaten

2 Zucchini (ich hab nur eine verwendet, weil meine riesig war)
5 EL Süzme Yoğurt (Sahnejoghurt mit 10% Fett)
100g Walnüsse + Deko
2 Knoblauchzehen
1/2 Bund Dill
Salz
Öl


Zubereitung

Zunächst die Zucchini putzen, dann mit der Reibe raspeln. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und Zucchini darin andünsten. Solange andünsten bis das ausgetretene Wasser wieder verdunstet ist, aber nicht bräunen. Beiseite stellen und abkühlen lassen. Währenddessen in einer separaten Schüssel Joghurt mit gepresstem Knoblauch und Salz gut vermengen. Ein paar Walnüsse für die Deko beiseite legen, den Rest in einen Mörser geben und fein mörsern und in den Joghurt geben. Gedünstete Zucchini ebenfalls in den Knoblauch-Joghurt geben. Dill fein hacken und hinzufügen. Alles gut miteinander vermengen. In eine Servierschüssel geben, mit Öl beträufeln und Walnüssen dekorieren. 



Ihr seht, geht kinderleicht und ist im Handumdrehen gemacht. Das mag ich an diesen Rezepten am meisten. Es geht so schnell, dass man auch bei spontanen Einladungen nicht mit leeren Händen dastehen muss und ein tolles Mitbringsel zum schnabulieren hat. 

So und jetzt schön die Däumchen drücken für das Halbfinale. ;)


Bleibt mir hungrig!
Eure Sibel


Dienstag, 5. Juli 2016

{ Geschichten } Das Zuckerfest

Heute schlagen viele Kinderherzen höher! Der Fastenmonat ist vorbei und das Zuckerfest hat heute begonnen. Wir Türken sind schon ein lustiges Völkchen. Zunächst geiseln wir unsere Körper 30 Tage lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit Durst und Hunger, um an die Armen und Hungernden unter uns zu gedenken, um unsere Körper und Seelen von schlechten Gewohnheiten zu reinigen und um einfach das wertschätzen zu lernen, was wir haben sowie Dankbarkeit zu zeigen. Soweit sehr vorbildlich. Aber was dann darauf folgt, muss von außen wie Ironie aussehen, wenn man sich die Völlerei so anguckt. Aber der Reihe nach. :)
Arife günü, der Tag vor dem Fest, werden noch schnell Blusen gestärkt, die besten Hemden und Hosen rausgelegt, die Kinder gebadet und die letzten Vorbereitungen getroffen. Am nächsten Tag geht das bunte Treiben los. Kinder setzen ihr süßestes Lächeln auf und klingeln überall um Süßigkeiten zu sammeln. Aber nicht nur sie, die Jüngeren statten den Älteren Besuche ab, um ihnen zum Fest zu gratulieren. Kuchen, Gebäck und alles was nicht bei 3 auf dem Baum ist wird in Zuckersirup ertränkt, die Luft ist mit Mokka-Duft geschwängert und Kinder lachen vergnügt überall. Wobei man sich das mit dem Kindergelächter nicht so vorstellen sollte, dass es irgendwo in der Ferne schallt und auch nur ansatzweise harmonisch klingt. Es ist eher direkt am Ohr und eher sehr hysterisch, so wie Kinder eben nach 3 Packungen Smarties und 4 Packungen Gummibärchen so drauf sind.^^ 



Dass man all diese Besuche in diese 3 Tage hineinquetschen muss, hilft auch nicht grade. Überall - und ich meine wirklich überall, bekommt man diese Süßspeisen in Zuckersirup und eine Tasse Mokka dazu serviert und nirgendwo darf man es ablehnen. Mein Rekord lag bei 7 Tassen Mokka und 9 Gebäckteilchen im Zuckersirup innerhalb von 6 Std. Nach so einer Nummer, fragt man sich eigentlich nicht mehr ob man wohl gleich dran stirbt, sondern eher ob es der Zucker- oder der Koffeinschock sein wird.^^

Wenn man das aber alles überlebt hat geht es dann am Abend bei Mutti mit der Völlerei so richtig los. Vorspeisen, Mezze, Salate, Zwischengänge, Hauptgänge und Ihr ahnt es - natürlich zum Dessert etwas was in Zuckersirup ertränkt wurde und ein Mokka hinterher. Wer verheiratet ist darf das Ganze dann am nächsten Abend bei der Schwiegermutter wiederholen. Hach, was bin ich froh, dass die meinige Helga heißt. Das gibt mir etwas mehr Aufschub bis mich der Diabetes dahinrafft. ^^ 



Nein, Spaß :) Ehrlich gesagt, liegt auch immer ein besonderer Zauber in der Luft. Ich erinnere mich gerne an die Tage zurück, als ich selbst noch ein Kind war. Ich weiß noch, dass ich mir eines Tages in den Kopf gesetzt hatte fasten zu wollen. Meine Mama fand zwar, dass ich noch zu jung für war, wollte mir aber nicht die Erfahrung nehmen, also willigte sie ein. Ich hatte natürlich nicht den blassesten Schimmer, um was es wirklich ging, einfach nicht essen bis einer es einem wieder erlaubt war meine Devise. Es war vielleicht noch so eine Stunde zum Fastenbrechen und ich musste irgendwas aus der Abstellkammer holen. Das war auch gleichzeitig unsere Lebensmittelkammer. Auf einmal lachte mich da eine Tafel Schokolade an und ich verschlang sie ohne darüber nachzudenken. Als ich gerade dabei war den letzten Bissen herunterzuschlucken fiel mir siedend heiß ein, dass ich ja eigentlich am Fasten war und das eigentlich gar nicht durfte. Ich war wie versteinert. Wurde ganz still, so wie wenn man eben was ausgefressen hat. Doch nichts passierte. Ich beschloss es niemanden zu verraten, denn wenn es niemand gesehen hat, dann ist es auch nie passiert. Als ich die Tür aufschloss und die Kammer verließ fiel mir ein, dass es doch aber sicher Gott gesehen hat. Für ihn hat man doch irgendwie schließlich all das veranstaltet. Ich dachte in meiner kindlichen Naivität, dass gleich eine Schelte aus dem Nichts kommen könnte. Die Strafe von Gott sozusagen. Aber nichts passierte. Cool, ich wusste schon immer, dass die Abstellkammer ein besonderer Ort war. Nicht mal Gott konnte offensichtlich reingucken, sonst hätte er mich doch schon längst gestraft.^^


So kam es, das ich jeden Tag ins heimliche Zimmer schlüpfte wenn ich Hunger bekam und mir mit irgendwas den Bauch voll schlug. Eines Tages war die Ausbeute so groß, dass ich immer wieder in die Abstellkammer musste, denn unser Nachbarsjunge hatte Kommunion und die Nachbarin hatte uns ganz viel Schokotorte und Kuchen vorbei gebracht. Ich muss wohl zu oft in die Kammer hinein gegangen sein. Gerade als ich das Stück Schokotorte in den Mund schieben wollte, hatte ich sie auch schon im Gesicht. Die Kammer war klein und meine Mutter öffnete die Tür, um zu gucken was ich da anstelle die ganze Zeit und knallte mit der Tür gegen meine Hand. Der Anblick von einem Haufen Schoko-Sahne irgendwas mit zwei Kuller-Augen mittendrin muss sie sehr belustigt haben, sie lachte jedenfalls noch Stunden danach Tränen. Das war dann auch das Ende meines Fasten-Abenteuers.^^


Als Erwachsener habe ich zwar nie wieder gefastet aber mir gefällt die Idee und ich finde es richtig Menschen nicht zu vergessen, die in Armut leben, ich finde es wichtig sich Gedanken über seinen eigenen Konsum zu machen und auch Dankbarkeit zu zeigen für alles was man hat.

Gefeiert wird jedenfalls noch bis Donnerstag. Falls Ihr türkische Nachbarn habt, traut Euch und klingelt doch mal. Ihr seid sicher mehr als willkommen!
Einen Mokka und Gebäck mit Zuckersirup gäbe es allemal! ;)

In diesem Sinne: Bayraminiz mübarek olsun! 


Bleibt mir hungrig!
Eure Sibel

Montag, 4. Juli 2016

{ Getränke } Loomi Tee ~ Tee aus getrockneten Limonen

Heute weiten wir mal den Kreis von der Türkei in den Nahen und Mittleren Osten aus. Denn ich stelle Euch ein Getränk vor, dass sich vor allem in den Golfstaaten höchster Beliebtheit erfreut. Genauer genommen ist es ein Tee aus getrockneten Limonen und hört auf den hübschen Namen Loomi Tee. Loomi heißt eigentlich das Endprodukt, das aus Trocknung von Zitronen oder Limetten gewonnen wird und in der orientalischen Welt gerne als Würzmittel verwendet wird.





Je nachdem in welcher Region Ihr den Tee angeboten bekommt, kann er aus weißen oder schwarzen Zitronen hergestellt sein. Schwarze Zitronen? Sie sind natürlich nicht von Haus aus schwarz, also auch keine eigene Sorte. Abhängig davon wie sie getrocknet werden, nehmen sie eine entsprechende Farbe an. Einige sagen, schwarz werden sie nur wenn sie unter der Erde in der Glut getrocknet werden. Wieder andere sagen, dass der längere Trocknungsprozess dafür Sorge trägt, dass das Fruchtfleisch schwarz wird und sie deshalb den Namen tragen. Die Weißen werden oft am Baum selbst (aus-)getrocknet, wenn sie noch klein sind, größere werden in Salzwasser ausgekocht und dann in der Sonne getrocknet. Welche Herstellung nun mit welcher Zitrusfrucht die traditionelle oder originale Version ist, konnte ich leider nicht herausfinden. Ich habe im türkischen Supermarkt auch welche gefunden, die nicht nur ein schwarzes Fruchtfleisch sondern auch eine schwarze Schale hatten. Vielleicht ist aber auch alles richtig und kommt nur auf die Region an.






In der türkischen Küche kennt man zwar Tee aus Zitrusfrüchten auch, allerdings trocknet man sie weniger im Ganzen sondern nimmt nur die Schale davon. Allerdings ist Apfeltee beliebter muss man zugeben. Ist also schon eher so ein Golfstaaten Ding, aber seinen Horizont erweitert man ja gerne, vor allem wenn es um den kulinarischen geht :)



Ganze, getrocknete Limonen verbreiten ein herrliches Aroma. Wenn man sie im Mörser bearbeitet, duftet die ganze Küche danach, auch wenn es zunächst mal ein Kraftakt ist, sie klein zu kriegen. Man kann sie natürlich nicht nur im Tee genießen, sondern auch zu Reis- und Fleischgerichten geben. Da gibt es sehr viele Möglichkeiten, ähnlich wie bei den Salzzitronen. Da ich nun eine ganze Tüte zuhause habe, werde ich sicher das ein oder andere auch ausprobieren. Aber heute widmen wir uns dem Tee würde ich sagen :)





Die Herstellung ist denkbar einfach.

Zutaten

2 getrocknete Limonen (bekannt auch als schwarze Zitronen)
800 ml Wasser
Honig nach Geschmack zum Süßen

Zubereitung


Die getrockneten Limonen in einem Mörser zerkleinern. Sie in einen Teekessel geben mit Wasser auffüllen und zum Kochen bringen. Danach Hitze herunterschalten und 5 Minuten vor sich hin köcheln lassen. Den Tee durch einen feinmaschigen Sieb geben und warm stellen.

In eine Tasse Honig geben mit dem Tee aufgießen und umrühren bis der Honig aufgelöst ist.

Variationsmöglichkeiten


Zwar eine etwas teurere Zutat, aber es ist auch durchaus üblich, dass man etwas Safran zum Tee beim Aufkochen gibt. Ich habe keinen da aktuell, daher habe ich ihn weg gelassen und kann nichts dazu sagen. Werde ich aber mal probieren :)






Wie Ihr seht ist das eigentlich ein total einfaches Rezept, aber ich wollte es trotzdem mal geteilt haben, weil ich selbst die getrockneten Limonen nicht kannte und ganz gespannt war, was man alles daraus machen kann.



Sie als Erstes in einem Tee zu probieren, dazu hat mich die liebe Sonja von Amor & Kartoffelsack inspiriert, denn sie richtet aktuell ein tolles Event unter dem Namen refreshing summer passend zur Jahreszeit aus. Happy Blog-Bday liebe Sonja! Ich dachte das Getränk passt super dazu, denn im Orient trinkt man tatsächlich eher was Warmes, um sich zu erfrischen. Damit wird nämlich der Schwitzvorgang aufrecht erhalten und die Haut kühlt ab. Clever, nicht? :)


http://www.amor-und-kartoffelsack.de/2016/06/refreshing-summer-blogevent.html


Ansonsten hoffe ich hat Euch die kleine Exkursion zu den Golfstaaten gefallen. Schaut auch unbedingt bei Amor & Kartoffelsack vorbei. Sie hat grandiose Rezepte, die Euch auch ganz sicher super gefallen werden. Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Tag!


Bleibt mir durstig!

Eure Sibel



In diesem Beitrag verwendete Produkte (Amazon Partnerlink):





Weitere Rezepte mit Zitronen: Türkische Zitronenlimonade

Freitag, 1. Juli 2016

{ Klassiker } Bezelye YemeĞi ~ Türkischer Erbseneintopf

Habt Ihr auch ein Herz für ganz einfache Gerichte? Heute gibt es nämlich eins ohne chi chi. Die einfachsten Zutaten in einer noch einfacheren Zubereitung. Echte Hausmannskost mit Lebensmitteln, die man in jedem Haushalt findet. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich finde solche Gerichte immer ganz großartig. Und das heutige Rezept passt auch wunderbar in die Saison. Ich habe nämlich im Garten meiner Mama Erbsen geerntet und musste sie unbedingt verarbeiten. Große Erbsenliebe im Hause Insane sag ich Euch. Seitdem ich denken kann, musste ich immer nach Nachschlag fragen, wenn meine Mama Bezelye Yemeği, also türkischen Erbseneintopf gemacht hatte. Und deshalb muss es auch heute sein. Ich weiß nicht, ob ich Euch auch dafür begeistern kann. Es ist sicherlich kein Rezept, dass ungeheuerliche Geschmacksexplosionen verspricht oder Euer Leben verändert, aber manchmal machen eben die kleinen und unscheinbaren Dinge einen am Glücklichsten. 

Deshalb bekommt Ihr das Rezept, ob Ihr nun wollt oder nicht. In meinem Archiv darf es jedenfalls nicht fehlen. :)


























Zutaten

300gr. frische Erbsen
2 große Kartoffeln
2 Karotten
250gr. Hackfleisch
1 große Zwiebel
250ml Gemüsebrühe
1 TL Tomatenmark
1 TL Paprikamark
1 Handvoll Dill, fein gehackt
Salz & Pfeffer
etwas Öl


Zubereitung 

Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Karotten und Kartoffeln ebenfalls schälen und in gleichmäßige Würfel schneiden. In einen Kochtopf etwas Öl hineingeben und Zwiebeln darin glasig dünsten. Hackfleisch hinzugeben und krümelig anbraten, Tomaten- und Paprikamark hinzufügen und kurz mit anrösten. Zuletzt die Gemüsewürfel dazugeben und eine Minute mit andünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und soviel Wasser hinzugeben, so dass das Gemüse zwei Fingerbreit bedeckt ist. Erbsen und Salz hinzufügen. Den Eintopf zum Kochen bringen, dann Hitze herunterschalten und mit halb offenem Deckel leicht köcheln lassen bis das Gemüse gar ist. Zuletzt den fein gehackten Dill unterheben und nochmals mit Salz & Pfeffer abschmecken. 



Ich habe diesmal den Dill weg gelassen, da ich keinen zuhause hatte und das Gericht spontan gekocht habe. Aber im Original gehört es dazu. 

Variationsmöglichkeiten

Grundsätzlich könnt Ihr natürlich Hackfleisch weg lassen, wenn Ihr kein Fleisch mögt oder statt Hackfleisch kann man wunderbar auch gewürfelte Hänchenbrust oder jede andere Fleischsorte verwenden. 



Ich hoffe Euch hat das Rezept gefallen. Wenn Ihr mehr solcher einfachen Gerichte sehen wollt, lasst es mich gerne wissen.


Bleibt mir hungrig!
Eure Sibel

Donnerstag, 30. Juni 2016

{ Know How } Sucuk ~ türkische Knoblauchwurst

Heute möchte ich Euch unter der Kategorie "Know How" gerne etwas zu Sucuk erzählen. Unlängst hatte ich unter der selben Rubrik etwas über den türkischen Mokka geschrieben und der Beitrag kam sehr gut an. Vielleicht interessiert es Euch ja, dass ich die Kategorie ausbaue und Euch ab und zu was über typisch türkische Lebensmittel schreibe. Am Ende bekommen wir vielleicht ein schönes Glossar über türkische Zutaten und Lebensmittel zusammen. Lasst es mich wissen, wenn Ihr mehr davon wollt. Aber nun zurück zum Thema :)




Was ist Sucuk? 

Sucuk ist eine würzige, rohe Knoblauchwurst. Sie wird meistens aus Rindfleisch hergestellt. Aus Kalbfleisch gilt sie als besonders delikat. Allerdings gibt es auch Sucuk mit Lammfleisch, um den Konsum auch für jeden erschwinglich zu machen. In der Türkei wird Lammfleisch im Gegensatz zu Deutschland ja viel konsumiert und ist somit preislich auch günstiger. In der Modernen Küche sind auch die Türken sehr experimentell geworden und so gibt es auch mittlerweile innovative Sucuk-Produkte aus Ziegen- oder Büffelfleisch.

Die Knoblauchwurst wird nicht nur in der Türkei gerne verspeist, verbreitet ist sie auch in Armenien auf dem Balkan und in vielen arabischen Ländern.

Sucuk gibt es in verschiedenen Formen und mit diversen Gewürzmischungen, je nachdem aus welchem Land oder Region sie stammt. Typisch sind aber Gewürze wie Knoblauch, Kreuzkümmel, Paprikapulver Piment und Pfeffer - sowie türkisches Chili für die scharfen Varianten.

Die gängigsten und beliebtesten Versionen in der Türkei sind:

Kangalsucuk ~ wird wie ein Kringel geformt und ohne Schärfe zubereitet
Parmaksucuk ~ zwei fingerlange, gerade Wurststücke, die nebeneinander zusammengebunden sind und meist mit einer sehr scharfen Gewürzmischung zubereitet werden.

Viele Städte in der Türkei haben natürlich auch nochmal ihre eigenen, lokalen Versionen, sie alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Hervorzuheben wäre hier die Stadt Kayseri, die sich da einen Namen gemacht hat. 





Für was wird Sucuk in der türkischen Küche verwendet ?

Die Knoblauchwurst wird sehr vielseitig eingesetzt. Man kann Sucuk zwar auch roh verzehren, allerdings finde ich sie dann zu mächtig und sie kann einem so schnell im Magen liegen, obwohl das als Mezze bei den Bulgaren sehr wohl üblich ist und Sucuk roh zum Anis-Schnaps dazu gereicht wird. Aber wer den Anis-Schnaps kennt, weiß dass der rohe Sucuk in dem Fall das kleinere Übel ist. Das nur so am Rande.^^

Wenn Sucuk angebraten wird lässt sie viel von ihrem Fett in der Pfanne, deshalb ist keine Zugabe von Öl nötig. Außerdem kommen angebraten die Gewürze einfach geschmacklich viel besser zur Geltung.

In der Türkei isst man Sucuk sehr gerne zum Frühstück, ob solo zum Fladenbrot oder zum Rührei. Gegrillt kommt sie in Sandwiches oder Toasts. Man kann aber auch die Salami auf der Pizza mit Sucuk ersetzen oder als Fleischeinlage sie in Eintöpfe geben. Sucuk wird zudem sehr gerne als Füllung für sehr viele Teig-Gerichte verwendet.

Tradition hin oder her, Sucuk kann aber natürlich auch mit den heutigen Trends hervorragend mithalten. Wie wäre es mit Orhans Sucuk Burger? Orhan von Koch dich türkisch hat das meiner Meinung nach Klasse umgesetzt und eine gelungene türkische Antwort auf die Burger-Bewegung gegeben. :)

Wo kann man Sucuk kaufen?

In jedem türkischen Tante-Emma-Laden um die Ecke und natürlich in türkischen Supermärkten, da gäbe es auch vermutlich mehr Auswahl. Ich habe sogar neulich im Rewe Sucuk im Kühlregal gefunden.

Falls Ihr aber keinen türkischen Supermarkt in der Nähe habt, kann man Sucuk natürlich auch online bei Amazon bestellen. Die Packungsgrößen sollten einen nicht abschrecken, man kann Sucuk wunderbar einfrieren. 

Kangal Sucuk, mild (Amazon Partnerlink)



Parmak Sucuk, extra-scharf (Amazon Partnerlink)






Kann man Sucuk auch selber herstellen?


Ich sag es mal so: wenn man sich traut auf jeden Fall :)
Man darf natürlich nicht vergessen, dass es sich um rohes Hackfleisch handelt welches im Rinderdarm luftgetrocknet wird. Somit muss unbedingt auf die Hygiene beim Arbeiten geachtet werden. Ich persönlich habe noch keinen eigenen Versuch gestartet. Ich opfere mich aber sehr gerne für Euch auf und versuch es mal demnächst. Wenn es klappt, teile ich das Rezept auch hier sehr gerne, wenn nicht dürfte es hier ziemlich still werden. Ihr wisst Bescheid ;)
Hier findet Ihr ein Rezept für hausgemachte Sucuk von der lieben Aynur.


So, ich hoffe Euch hat der Beitrag gefallen. Interessiert Euch die Kategorie Know-How? Wollt Ihr noch mehr Beiträge über typisch türkische Lebensmittel lesen? Ich würde mich über ein Feedback sehr freuen.




Bleibt mir neugierig!

Eure Sibel








Dienstag, 28. Juni 2016

{ Klassiker } Karnabahar Kızartması ~ Gebackener Blumenkohl mit Joghurt-Knoblauchsauce

Als mich Sarah vom Knusperstübchen gefragt hat, ob ich auch dieses Jahr mich mit ihr und vielen anderen Bloggern auf eine kulinarische Entdeckungsreise begeben möchte, war ich sofort Feuer und Flamme, musste allerdings dann mangels Zeit absagen und bin jetzt froh, dass ich doch wieder auf's Boot springen konnte und doch noch einen Beitrag beisteuern kann, denn das letzte Mal hat es soviel Spaß gemacht! Ihr erinnert Euch? Damals habe ich Euch nach Cuba entführt mit diesem köstlichen kubanischem Maisgrieß-Dessert mit Frischkäse

Dieses Jahr verführe ich Euch in welches Land? Na? Na klar, in die Türkei! Was für eine Überraschung. Ha Ha! ^^




Diesen Monat hat die Blumenkohl-Saison angefangen und auch in der türkischen Küche liebt man Karnabahar, so heißt er auf türkisch. Da ich eigentlich die türkische Sprache nie offiziell gelernt habe, sondern eben viel nur von Hörensagen und vom Elternhaus mitgenommen habe, dachte ich lange Zeit er hieße Karnıbahar was übersetzt "Der Bauch voll Frühling" bedeuten würde. Das machte soviel Sinn und hat mir soooo gut gefallen, dass ich regelrecht enttäuscht war, dass er gar nicht so heißt. ^^

Nun ja, schmecken tut er trotzdem und am Besten als Karnabahar Kızartması oder eben als gebackener Blumenkohl mit Joghurt-Knoblauchsauce. Er wird zuerst in Salzwasser gar gekocht,  in Mehl gewälzt, dann in geschlagenem Ei gebadet und zuletzt in heißem Öl ausgebacken. Als i-Tüpfelchen kommt dann Joghurt-Knoblauchsauce darüber und in Butter geschwenktes türkisches Chilipulver. Und tataaaaaaaa schon habt Ihr ein köstliches, sommerliches Gericht, das obendrein vegetarisch ist. Und trotzdessen, dass er in Öl ausgebacken wird, beschwert er nicht den Magen. 

Den Mann muss ich noch überzeugen. Blumenkohl ist nicht so sein Fall, egal wie zubereitet. Ich bedauere das aber nicht so sehr, bleibt eben mehr für mich übrig. ^^


Muss ich Euch auch erst überzeugen oder gehen wir gleich zum Rezept über? :)






Zutaten


1 Blumenkohl
3 Eier
Mehl zum Bestäuben
Öl zum Braten
Salzwasser


Außerdem

200gr Naturjoghurt
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
2 TL Pul Biber
Salz


Zubereitung



Blumenkohl putzen und in kleine Röschen teilen. In einem geeigneten Kochtopf Salzwasser zum sprudeln bringen und Blumenkohlröschen darin gar kochen. Abgießen und abkühlen lassen. 

In einer Schüssel Eier schaumig schlagen. Öl in einem zum Frittieren geeigneten Topf erhitzen. Blumenkohlröschen zuerst in Mehl wälzen, dann in geschlagenem Ei wenden und im heißen Öl ausbacken. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen. In der Zwischenzeit Joghurt in eine Schüssel geben, Knoblauch hineinpressen und mit Salz abschmecken. In einem kleinen Topf Butter zerlassen und Pul Biber darin schwenken. 


Gebackenen Blumenkohl auf einem Teller anrichten. Joghurt-Knoblauchsauce darüber geben und mit Pulbiber-Butter beträufeln.




Wenn Ihr Lust habt all die tollen Beitrage rund um die Welt zu entdecken, dann klickt doch auf diesen Link, da findet Ihr alle bisherigen kulinarischen Reisen rund um die Welt. Letzter Stop vor mir war Japan, da hat die liebe Isabella von Lebkuchennest ein tolles Rezept für Nikuman mitgebracht. Und als nächstes kommt die liebe Miho von herzelieb dran. Wohin es geht wird noch nicht verraten, da müsst Ihr schon selber mal gucken gehen :)





Seit gespannt was noch alles folgt und vor allem bleibt mir hungrig!



Liebe Grüße,

Eure Sibel